Die Geschichte der Freien evangelischen Gemeinde in Worms beginnt mit einer Frau K. Lampe lernte um die Jahrhundertwende in der Schweiz lebendiges Christsein kennen und kam zum Glauben. Nach ihrer Rückkehr nach Worms sucht sie den Kontakt mit Gleichgesinnten und irgendwann im Jahre 1903 entsteht der erste Bibel­kreis im Haus der Familie Lampe.

Später bekam diese Gemeinschaft immer stärkere Grundlinien einer FeG. Zu dieser Entwicklung haben zwei herausragende Persön­lichkeiten der Freien evangelischen Gemeinden, Otto Schopf und Konrad Bussemer, wesentlich beigetragen. Insbesondere Konrad Bussemer hat zum Beitritt in den Bund Freier evangelischer Gemeinden ermuntert.

Dieser Beitritt wird im Jahr 1922 vollzogen.

Im Jahre 1925 tritt Richard Imberg als erster in einer langen Reihe von Predigern seinen Dienst an.

Auf seine Initiative hin wird in der Burkhard­straße 2 ein neues Gemeindehaus gebaut, das am 6. November 1927 eingeweiht werden kann. Seit dieser Zeit führt die Gemeinde den Namen "Christliche Gemeinde in der Burkhardstraße 2 zu Worms am Rhein" und ist als Verein eingetragen.

In den Kriegsjahren nimmt die Gemeinde aufgrund einer Verordnung des Reichskirchenministeri­ums, der zufolge jede derselben Dachorganisation - hier dem Bund Freier evangelischer Gemeinden - zugehörige Gemeinschaft die gleiche Bezeichnung tragen musste, ab 1. Januar 1943 den Namen "Freie evange­lische Gemeinde e.V." an.

Als in der Nacht vom 18.03.1945 Worms in einem verhee­renden Bombenangriff weitgehend zerstört wird, fällt auch das Gemeindehaus dem Bombarde­ment zum Opfer. Wenig später nimmt sich dann Bruder Schiedhelm den Gottesmann Nehemia zum Vorbild und baut zusammen mit anderen Brüdern das Gemeindehaus wieder auf, das Anfang 1947 fertiggestellt werden kann und auch für rund zehn Jahre der ebenfalls im Krieg "obdachlos" gewordenen Bapti­stengemeinde als Versammlungsort dient.

Rein zahlenmäßig beginnt Anfang der sechziger Jahre ein Niedergang der Gemeinde, der um 1970 in einer "Talsohle" von 35 Mitgliedern endet - eine traurige Anzahl ange­sichts der Tatsache, dass die Gemeinde in den zwan­ziger Jahren weit über 90 Mitglieder aufgewiesen hat.

Neuen Schwung bringt Bernd Gaumann in die Gemeinde, der sich besonders um die Jugend bemüht und den heute so mancher als geistlichen Vater bezeichnen kann. Er tritt seinen Dienst 1974 bei einem Mitgliederstand von 36 Ge­schwistern an und verlässt die Gemeinde im Jahr 1983 bei einem Stand von 66 Gemeindemitgliedern.

Die folgenden Jahre sind geprägt durch Rückgänge der Mitgliederzahlen oder Stagnation. Sehr viele Gemeindemitglieder verlassen Worms, weil sie in anderen Orten Arbeit fanden oder ein Studium begannen.

Mitte der neunziger Jahre geriet die Gemeinde in eine Krise, die zur Entlassung des Pastors führt und auch durch Gemeindeaustritte begleitet wurde. Die Gemeinde wird durch den Bund finanziell unterstützt. Der Gottesdienstbesuch sank auf einen Tiefpunkt.

Gott schenkte aber Gnade, so dass die Gemeinde neuen Auftrieb bekam. Das Anliegen, fremde Menschen mit dem Evangelium zu erreichen, wird wieder bewusst und führt zu Wachstum. Über 50 Kinder sind an den Sonntagen zu betreuen, so dass die wenigen und kleinen Gruppenräume zu eng wurden.

Der Gottesdienstbesuch ist wieder auf über 100 Personen gestiegen, bei besonderen Gottesdiensten auf bis zu 300 Personen. Gruppenarbeiten müssen während der Woche im Gemeindesaal stattfinden, da keine geeigneten Räume vorhanden sind.

Die Gemeinde suchte lange nach einem geeigneten Objekt für ein neues Gemeindezentrum, da der vorhandene Standort nicht mehr ausbaufähig war, und fand schließlich in einer ehemaligen Kaserne, die nach dem Krieg durch Amerikaner bewirtschaftet wurde, ein geeignetes Kaufobjekt: 5000 qm Grundstück mit einem Gebäude (einschl. Kino mit 440 Sitzplätzen) von 2000 qm Grundfläche. Der Kaufpreis von 1,4 Millionen Euro beinhaltete die fertigen Außenanlagen mit Grünflächen und 46 Parkplätzen. Zudem lag das Gebäude zentral.

Dieses Angebot konnte die Gemeinde nicht ausschlagen. Ab September 2000 liefen die Umbau- und Renovierungsarbeiten, zumeist in Eigenarbeit.

Es entstanden neben dem Gottesdienstraum im ehemaligen Kino zwei Wohnungen, zwei Appartements, sieben Gruppenräume, eine Küche und das Gemeindebüro.

Die Einweihung fand im Juli 2002 statt.

Seit dem Umzug in die neuen Gemeinderäume erlebt die Gemeinde ein stetiges Wachstum, sodass der heutige Mitgliederstand bei ca. 160 Personen ist. Seit 2010 hat die Gemeinde auch einen zweiten Pastor einstellen können.

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